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‚Wenn‘s der Wahrheitsfindung dient...‘

Fritz Teufel (*1943), der bekannte Westberliner Kommunarde und Aktivist, lebte von 1946 an in Ludwigsburg und machte am dortigen Friedrich-Schiller-Gymnasium sein Abitur. Als Schüler, auf dem alten Rad seiner Tante nach Hause fahrend, erlitt er einen Verkehrsunfall. „Am Asperger Buckel bin ich gegen einen LKW gedonnert. Ich hatte Vorfahrt und bekam von der Versicherung mein erstes richtiges Fahrrad“. Teufel bedauerte später: „Leider habe ich das Fahrrad stehen lassen, als ich 1963 nach Berlin ging.“ Teufels Fahrrad steht heute als Exponat der Zeitgeschichte im Ludwigsburg-Museum.

Während der Demonstration am 2. Juni 1967 in West-Berlin gegen Schah Mohammad Reza Pahlavi wurde Teufel verhaftet. Bei der Gerichtsverhandlung el er vor allem durch – aus Sicht der Staatsanwaltschaft – respektloses Verhalten auf. Als er eine längere Stellungnahme abgeben wollte, wurde er vom Richter ermahnt, er möge nur Tatsachen vorbringen, die der Wahrheitsfindung dienten. Etwas später kam er dann der Aufforderung des Richters, sich zu erheben, mit der Bemerkung nach: „Wenn’s denn der Wahrheitsfindung dient.“ Dieser Satz wurde zu einem geflügelten Wort. Teufel wurde freigesprochen.

Teufel zählte 1967 zu den Gründern der Westberliner ‚Kommune 1‘, K1, die als erste politisch motivierte Wohngemeinschaft in der Bundesrepublik mit ihrem sozialutopischen Projekt des außerfamiliären Zusammenlebens große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erregte…

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